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Kleine Forscher unterwegs im großen Pflanzenreich

Kindertour durch den Botanischen Garten
Tour 20 Karte

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Unsere Tour führt durch einen Teil des Botanischen Gartens. Alles zu sehen und zu bestaunen, würde viel zu lange dauern, dafür ist für alle Sinne etwas dabei. Dieser Ausflug ist für Jung und Alt geeignet und dauert ungefähr drei Stunden. Die Wege und auch das Museum sind für Rollstühle und Kinderwagen geeignet.
  Tourbeschreibung

Die Wanderung beginnt am Eingang des Botanischen Gartens, Unter den Eichen 5-10. Wir halten uns rechts und folgen der Beschilderung bis in den Nutzpflanzengarten. Hier findet man alles, von Rüben- und Knollengemüse bis hin zu Färbepflanzen.

Die Menschen erkannten schon früh den Nutzen einiger Pflanzen für sich. Zuerst wurden die Früchte von Wildgräsern, Bäumen und krautigen Pflanzen als Nahrung verwendet, später kamen Holz, Gräser und Binsen für den Hütten- und Hausbau hinzu. Auch Brennmaterial wie Torf und Holz wurden wichtig. Die Menschen begannen gezielt, Pflanzen anzubauen. Dieser Anbau wurde immer mehr verfeinert, da man schnell auf bestimmte Merkmale der einzelnen Gewächse zu achten begann. Heute bestimmen Äcker, Weiden und Forste das Landschaftsbild in intensiv bewirtschafteten Ländern. Durch die vielen Eroberungs- und Entdeckungsreisen der Menschen kamen viele Pflanzen ferner Länder nach Europa. Der Mais kommt beispielsweise ursprünglich aus Mexiko, die Sonnenblume aus den USA, die Kartoffel aus den Ländern Südamerikas, der Tabak aus Ostasien und der Weizen aus dem Nahen Osten. „Zitrusfrüchte“, bei denen heute jeder gleich an das Mittelmeergebiet denkt, stammen eigentlich aus Ostasien.

Schräg hinter der Nutzpflanzenabteilung findet man die Botanikschule Berlin. Sie hat ihren Sitz in der ehemaligen Altmann Villa des Gartens. Hier haben vor allem Schulklassen die Möglichkeit, ihren Unterricht praxisorientiert zu gestalten.

Nun geht es zum Hauptweg zurück, wir folgen diesem ungefähr 300 m bis wir auf der rechten Seite zum Duft- und Tastgarten kommen. Hier können Pflanzen befühlt und beschnuppert werden. Wir finden Duftrasen, Pflanzen, die nach Schokolade riechen und vieles mehr. Gewächse mit außergewöhnlicher Oberflächenstruktur duften allerdings oft nicht. Wer seinen Tast- und Riechsinn ordentlich ausgetestet hat, kann sich langsam wieder dem Hauptweg nähern. Wir schlendern von hier aus in Richtung der Gewächshäuser. Wer möchte, kann im „Bistro“ eine Pause einlegen.

Von hier lohnt sich noch ein kleiner Abstecher zum Italienischen Garten und den daran angrenzenden Wiesen. Der Italienische Garten zeichnet sich durch seine streng angeordnete Art aus. Die dahinter liegenden Wiesen hingegen strahlen gerade im Frühsommer bunt und fröhlich durcheinander. Zurück bei den Gewächshäusern nehmen wir wieder den Hauptweg und genießen die paar Meter durch den Garten, bis wir zum Museum kommen und dieses durch den hinteren Eingang betreten. Es befindet sich ungefähr 200 m hinter dem Gewächshäuserkomplex auf der rechten Seite.

Das Botanische Museum ist eng mit dem Botanischen Garten verbunden. Es ist das Einzige seiner Art in Mitteleuropa und versteht sich als Ergänzung zur Gartenanlage. Hier kann man sein Wissen über die Pflanzenwelt vertiefen. Auf zwei Etagen finden wir zahlreiche, meist stark vergrößerte Modelle, an denen auch Feinstrukturen erkennbar sind, die man sonst mit bloßem Auge nicht sieht. Im Garten selbst sind viele Pflanzen nur an einigen Tagen oder Wochen im Jahr zu sehen, was im Museum das ganze Jahr über möglich ist. Auch hier kann man einen kleinen Rundgang durch die Schausammlung des Hauses machen oder sich auch einfach nach eigenem Belieben umschauen. Das Gebäude beherbergt nicht nur das Botanische Museum, sondern auch Pilzberatung, Bibliothek, wissenschaftliche Sammlungen und Laboratorien für die Forschung.

Wo doch gerade die Pilze erwähnt wurden…
Rund um und auch in Berlin sind mehr als 1.500 Pilzarten zu finden. In einer Abteilung innerhalb des Museums werden einige wichtige heimische Pilze vorgestellt. Auch in der Pflanzenwelt um uns herum gibt es viele schöne, aber auch viele giftige Exemplare. Speziell (rote) Beeren erscheinen Kindern immer wieder verlockend. Giftige Pflanzen kommen in der Natur, im heimischen Garten, Parkanlagen und im eigenen Wohnzimmer vor. „Allein die Menge macht das Gift“, sagte schon Paracelsus, ein berühmter Arzt und Wissenschaftler, der zwischen 1493 und 1541 lebte. So ist nun auch bei Pilzen die Dosis entscheidend für die Vergiftungssymptome. Diese können in Form von Übelkeit, Hautreizungen, Erbrechen, Durchfall bis hin zu Atem- oder Herzstillstand und schließlich zum Tod führen. Ganz wichtig ist zu wissen, was bei einer Vergiftung zu tun ist. Wenn man also bei der 112 angerufen hat, darf man auf keinen Fall Erbrechen auslösen, es sollte auch weder Milch noch Salzwasser getrunken werden.

Nachfolgend sind zehn giftige Pflanzen aufgelistet, die auch hier im Garten zu finden sind:
1. Bittersüßer Nachtschatten
2. Blauer Eisenhut
3. Efeu (Beeren)
4. Eibe (Beeren)
5. Gift-Wasserschierling
6. Goldregen
7. Herbstzeitlose
8. Maiglöckchen
9. roter Fingerhut
10. Tollkirsche (Samen oder Blätter)
Einige der hier genannten Exemplare sind doch jedermann bekannt oder?!?

Unser Spaziergang ist hier zu Ende. Wir verlassen das Museum über den Haupteingang an der Königin-Luise-Straße 6-8. Einen letzten Tipp habe ich aber noch: Ein Besuch im „Pflanzenreich“ lohnt sich.
 
Nützliche Hinweise

Eingang:
Unter den Eichen 5-10

Eintrittspreise:
Erwachsene 5,00 Euro
Ermäßigt 2,50 Euro
Familienkarte (2 Erwachsene und Kinder unter 14 Jahren) 10,00 Euro

Öffnungszeiten:
täglich außer Heiligabend
Nov., Dez., Jan. 9-16 Uhr
Feb. 9-17 Uhr
März., Okt. 9-18 Uhr
Sep. 9-19 Uhr
Apr., Aug. 9-20 Uhr
Mai, Juni, Juli 9-21 Uhr

Verkehrsanbindung:
Bus M48

Hinter dem Nutzgartenteil befindet sich der Laden „Stephan Kirchner´s Happy Gardening“, täglich ab 10 Uhr geöffnet.

Botanikschule Berlin
Berliner Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Königin-Luise-Straße 6-8 14191 Berlin

Das Bistro hat täglich ab 11 Uhr geöffnet! Es befindet sich innerhalb des Gewächshäuserkomplexes.

Das Botanische Museum hat täglich von 10-18 Uhr geöffnet. Der Preis ist beim kombinierten Ticket im Eintrittspreis des Gartens inbegriffen.

Bibliothek und Pilzberatung kosten keinen Eintritt. Im Museumsgebäude befinden sich
2 Fahrstühle; der für Rollstühle geeignete ist am Ende des linken Ganges; eine behindertengerechte Toilette befindet sich im Foyer.

Die Telefonnummer der Giftnotrufzentrale lautet (0551) 19240

Von Juli bis Oktober findet im Museum montags, dienstags und donnerstags zwischen 14 und 16 Uhr eine Pilzberatung statt.

Der Laden „Pflanzenreich“ hat täglich von 11–18 Uhr geöffnet.

Sowohl im Museum, als auch im Garten selber finden zahlreiche Veranstaltungen statt.
Einen aktuellen Veranstaltungskalender findet man unter
www.botanischer-garten-berlin.de
   Weizen

Weizen
Bild: Eugen Staab

 Sonnenblume

Sonnenblume
Bild: Vulkan

 Torfabbau

Torfabbau
Bild: Fice

 Goldregen

Goldregen
Bild: Michael w

 Roter Fingerhut

Roter Fingerhut
Bild: Foolip

 Kartoffelpflanzenblüte

Kartoffelpflanzenblüte
Bild: Eugene Zelenko

 Maiglöckchen

Maiglöckchen
Bild: Olegivvit
 
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