KulTouren

Über sieben Plätze dürfen Sie gehen

Etappe Eins – Vom Sozialpalast zum Nollendorfplatz

Ein Stadtteilspaziergang in drei Etappen durchs nördliche Schöneberg vom Kleistpark über Winterfeldt- und Nollendorfplatz, Viktoria-Luise-Platz, Bayerischer Platz, Rathaus Schöneberg bis zum ehemaligen Sender RIAS am Hans-Rosenthal-Platz.


Beginn der Tour: Bushaltestelle Goebenstraße (Buslinien M48, M85, 106, 187, 206)
Endpunkt: Nollendorfplatz
Tourlänge: ca. 3,5 Kilometer


Pallasseum
Der Sportpalast
Hochbunker
Königskolonnaden
Zu Ihrer Orientierung: die Goebenstraße endet an der Potsdamer Straße. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite beginnt die Pallasstraße. Der 1977 erbauten Wohnanlage mit den unzähligen Empfangsschüsseln gaben kreative Geister den Namen Pallasseum – im Volksmund Sozialpalast genannt – um das Image dieses sozialen Brennpunktes aufzupolieren. In 514 Wohnungen leben gut 2000 Menschen. Ein Teil der Schüsseln wurde nach Ideen der Bewohner vom Künstler Daniel Kipping verschönert.

►Gehen Sie die Potsdamer Straße ein paar Schritte in Richtung Potsdamer Platz. An der Hausnummer 172 am Ende des Pallasseums, an der Stirnseite des Gebäudes, sehen Sie eine Berliner Gedenktafel, die dem Preußischen Oberbaurat August Leopold Crelle (1780-1855) gewidmet ist. Gehen Sie durch die Feuerwehrzufahrt. Rechts sehen Sie eine Tafel, die auf den legendären Berliner Sportpalast aufmerksam macht, der hier bis 1972 stand. Als „Wiener Praterleben“ von Siegfried Translateur (1875-1944) 1892 komponiert, erlangte der Sportpalastwalzer in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts bei den Berliner Sechstagerennen Kultstatus. Der Radsportfan Reinhold „Krücke“ Habisch pfiff die vier gleichen Töne laut mit, das Publikum stimmte so laut ein, dass das Orchester übertönt wurde. Die Nazis stuften Translateur als Halbjuden ein, und der Sportpalastwalzer wurde 1934 verboten. Später wurde der Komponist nach Theresienstadt deportiert, wo er am 2. März 1944 zu Tode kam.

Der Sportpalast bot bis zu 10.000 Menschen Platz und war lange Zeit die größte Halle der Stadt. Am 18. Februar 1943 hielt hier Joseph Goebbels seine berüchtigte Rede und rief den „Totalen Krieg“ aus.

►Nehmen Sie nun den Durchgang zum nächsten Hof und gehen dann den schrägen Weg zwischen den beiden Rasenstücken durch den nächsten Durchgang. Nun befinden Sie sich an der Pallasstraße und auf einem kleinen Teilstück des Stadtrundgangs „Historische Orte sichtbar machen“, der vom Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg konzipiert wurde.

Sie blicken auf ein Überbleibsel der Nazi-Vergangenheit. Der überbaute Hochbunker wurde zwischen 1943 und 1945 von sowjetischen Zwangsarbeitern errichtet und ist so massiv gebaut, dass alle Sprengversuche nach dem 2. Weltkrieg scheiterten. Auf Wunsch der Westalliierten wurde das Monstrum zwischen 1986 und 1989 mit Platz für gut 5000 Menschen gegen vielfachen Widerstand ausgebaut und war bis zur Stilllegung im Jahre 2010 die größte Zivilschutzanlage Berlins.

Seit dem 5. Mai 2002 ist der Bunker ein „Ort des Erinnerns“. 2011 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. Dass die genaue Entstehungsgeschichte des als Fernmeldebunker errichteten Gebäudes einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde, ist Schülern der nahe gelegenen Sophie-Scholl-Oberschule zu verdanken. Schülerinnen und Schüler der zehnten bis zwölften Klasse erforschten die Geschichte und erarbeiteten das Konzept für die Installation des blauen Stahlbands. Es führt von der Schule, in der die Zwangsarbeiter interniert waren, zum Bunker und versinkt hier im Boden. An den Bunkerwänden sehen Sie Texttafeln mit Zitaten der Zwangsarbeiter.

►Gehen Sie nun zur Potsdamer Straße zurück und folgen dem Hinweisschild Richtung Steglitz. Sie sehen eine Tafel mit der Aufschrift „Station der Moderne“, der Sie Informationen zur Gemäldeausstellung „Erster Deutscher Herbstsalon“ von 1913 entnehmen können. Gehen Sie weiter zum Haus Nr. 182, das 1935/36 als Verwaltungsgebäude für die Deutsche Arbeitsfront erbaut wurde. Das Gebäude Nr. 186 wurde von Bruno Paul im Stil der Neuen Sachlichkeit entworfen und 1929/30 erbaut. Von der Fertigstellung bis Kriegsende befand sich hier die Verwaltung der Kathreiners Malzkaffee-Fabriken GmbH. Heute dient es dem Berliner Senat als Bürogebäude.

Nachdem Sie den wuchtigen Bürokomplex passiert haben, betreten Sie durch die Königskolonnaden den Heinrich-von-Kleist-Park – Kurzform Kleistpark. Bis vor gut 100 Jahren befand sich hier der Botanische Garten, der heute im Stadtteil Dahlem zu finden ist. Die Königskolonnaden waren bis zum Jahre 1911 Teil der Anlage um das Berliner Stadtschloss. Dann standen sie dem Bau der Stadtbahn im Wege, wurden abgetragen und hier wieder aufgebaut. Gleich beim Betreten des Parks fällt der Blick auf ein markantes Gebäude. Sie sehen das im Stil des Neobarock gestaltete Kammergericht, das am 18. September 1913 seiner Bestimmung übergeben wurde.

Gleichwohl ist das Kammergericht das älteste deutsche Gericht mit ununterbrochener Tätigkeit seit seiner Gründung. Erstmals wurde es 1468 urkundlich erwähnt. „Anders als andere Gerichte, die im Freien tagten, fanden die Verhandlungen nunmehr in den ‚Kammern des Landesherrn’ statt. Daher der Name“, erklärt Richter Ulrich Wimmer. In Abweichung von der sonst üblichen Terminologie hat die Bezeichnung keine sachlichen Auswirkungen auf die Stellung des Kammergerichts im Gerichtsaufbau Deutschlands. Vom Rang her handelt es sich um ein Oberlandesgericht.

„Ehe der Angeklagte noch den Verhandlungssaal betreten hatte, war er praktisch schon verurteilt, und nichts schien es zu geben, das dafür sprach, dass ein Angeklagter in diesem Saale etwas Erfreuliches erleben konnte.“ So beschreibt Hans Fallada in seinem Roman „Jeder stirbt für sich allein“ den Volksgerichtshof, der ab August 1944 hier seine Schandurteile sprach. Unter Roland Freisler wurden die Beteiligten des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 im großen Sitzungssaal abgeurteilt. Heute finden in diesem Saal keine Strafprozesse mehr statt.

Nach dem 2. Weltkrieg beschlagnahmten die Siegermächte das Gebäude; der Alliierten Kontrollrat zog ein. Am 18. Oktober 1945 konstituierte sich hier das internationale Militärtribunal für Kriegsverbrecherprozesse; erst nach Vereidigung der Richter und förmlicher Anklageerhebung vertagte sich das Tribunal nach Nürnberg. Am 3. September 1971 unterzeichneten die Botschafter der vier Alliierten im Plenarsaal das Viermächte-Abkommen über den Status Berlins.

Seit dem 3. Oktober 1990 steht das Gebäude wieder unter deutscher Verwaltung. Nach umfangreicher Sanierung beheimatet es neben dem Kammergericht den Verfassungsgerichtshof des Landes Berlin, die Generalstaatsanwaltschaft Berlin sowie Berufungsgerichte. Falls Sie den Spaziergang an einem Werktag machen, werfen Sie einen Blick in die imposante Eingangshalle. Falls Sie mit einer Gruppe das Gericht besichtigen möchten, können Sie sich an den Besucherdienst wenden: Telefon 030-9015 2290 oder per E-Mail pressestelle@kg.berlin.de

Schlendern Sie nach Belieben durch den Park. Sein Ursprung geht bis ins Jahr 1506 zurück, als Kurfürst Joachim I. einen Küchen- und Apothekergarten anlegen ließ. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm beauftragte 1679 den Naturforscher Johann Sigismund Elsholz (1623-1688), das Gelände um einen landwirtschaftlichen Mustergarten zu erweitern. Ab 1801 entstand ein 7,5 Hektar großer Botanischer Garten. Der Naturforscher und Dichter Adelbert von Chamisso (1781-1838) hatte hier zwischen 1819 und 1839 einen Arbeitsplatz als „Pflanzenaufseher“. Falls Sie genügend Zeit mitgebracht haben, lohnt sich auch ein Abstecher zum Haus am Kleistpark an der Südseite des Geländes. Zu früheren Zeiten war hier das Königliche Botanische Museum beherbergt. Heute ist darin die größte kommunale Galerie des Bezirks Tempelhof-Schöneberg untergebracht und präsentiert in wechselnden Ausstellungen zeitgenössische Kunst und Fotografie.

►In Blickrichtung zum Kammergericht verlassen Sie links den Park und überqueren die Elßholzstraße. Ein kleiner Durchgang zwischen den Häusern Nummer 14 und 15 führt Sie zur Gleditschstraße. Gehen Sie 15 Schritte nach links.

Vor dem Haus Nr. 55 sehen Sie die ersten drei Stolpersteine auf unserer Tour. Insgesamt sind in Berlin 4.700 dieser Gedenksteine verlegt worden. Die Idee zu diesen in die Erde eingelassenen Gedenktafeln stammt von dem Künstler Gunter Demnig. Die Stolpersteine erinnern an Menschen, die hier gewohnt haben und während des Nationalsozialismus deportiert und ermordet wurden. Das Projekt Stolpersteine wird von lokalen Gruppen unterstützt. Sie recherchieren biografische Hintergründe der Opfer, versuchen Nachfahren und Angehörige zu ermitteln und Kontakt zu ihnen aufzunehmen, erarbeiten Textvorschläge für die Steine und begleiten die Verlegungen. Dabei wird Wissen zu Leben und Schicksal der Opfer vermittelt.

Apostel-Paulus-Kirche
Pestalozzi-Froebel-Haus
Alice Salomon
Bastelladen
Kachelhaus
St-Matthias-Kirche
►Überqueren Sie nun die Gleditschstraße und laufen geradezu in die Barbarossastraße bis zur Goltzstraße und biegen links ab. Bald kommen Sie zur Grunewaldstraße. Schauen Sie auf das Eckhaus Goltzstraße 18 / Grunewaldstraße 78 und erfreuen Sie sich an der Baukunst wilhelminischer Zeit. Dieses üppig verzierte Haus wurde zwischen 1889 und 1892 erbaut.

Gleich gegenüber ist die Apostel-Paulus-Kirche nicht zu übersehen. Schlendern Sie rund um den neugotischen Backsteinbau, der zwischen 1882 und 1884 nach einem Entwurf von Franz Schwechten erbaut wurde. Von Montag bis Freitag kann die Kirche zwischen 10.30 Uhr und 13.40 Uhr besichtigt werden. Ein kundiger Mitarbeiter führt Sie gerne herum und kann viel über die Kirche und die Umgebung erzählen. Sonntags nach den Gottesdiensten lädt das Kirchencafé zum Verweilen ein.

Während der Zeit des deutschen Faschismus spielte die Kirchengemeinde beim „Kirchenkampf“ – damit ist die Auseinandersetzung zwischen den evangelischen Christen der oppositionellen Bekennenden Kirche und den nazihörigen „Deutschen Christen“ gemeint – eine herausragende Rolle. Zwischen 1923 und 1954 leitete Pastor Eitel Friedrich von Rabenau (1884-1959) die Gemeinde. Mit geistigen und geistlichen Mitteln stellte er sich schon früh gegen die Nazis und wurde einer der führenden Vertreter der Bekennenden Kirche um Martin Niemöller. Jüdischen Bürgern wurde in der Kirche Unterschlupf gewährt, sie lebten zum Teil über mehrere Jahre als „Kellerkinder“ im Gotteshaus.

►Überqueren Sie die Grunewaldstraße und gehen in die Schwäbische Straße bis zur Karl-Schrader-Straße. Rechts gehen Sie in den Hof der Hausnummer 7/8 und befinden sich auf dem Gelände des Pestalozzi-Fröbel-Hauses. In den Achtzigerjahren des 19. Jahrhunderts als „Berliner Verein für Volkserziehung“ gegründet, gilt die Einrichtung als eine der ältesten Ausbildungsstätten unseres Landes für soziale Berufe. Die Professionalisierung von Frauenerwerbsarbeit im sozialen Dienstleistungsbereich wurde vom Pestalozzi-Fröbel-Haus maßgebend beeinflusst.

Im Jahre 1908 gründete die Sozialreformerin und Frauenrechtlerin Alice Salomon (1872-1948) die erste deutsche konfessionsübergreifende Soziale Frauenschule. Bei der Ausbildung zu sozialen Berufen ging es Salomon nicht nur um Wissensvermittlung. Die Stärkung positiver Charaktereigenschaften und die Entwicklung des Gewissens waren ihr gleichsam wichtig. Zudem sollten sich die Frauen an dem orientieren, was die Frauenbewegung für sie erkämpft hat. Salomon studierte in Berlin Philosophie, Geschichte und Nationalökonomie. Ihre Dissertation aus dem Jahre 1906 trägt den Titel „Die Ursachen der ungleichen Entlohnung von Männer- und Frauenarbeit“. Bis zum Umzug 1998 nach Berlin-Hellersdorf war die Alice-Salomon-Schule auf dem Gelände des Pestalozzi-Fröbel-Hauses beheimatet. Eine Gedenktafel am Haus Barbarossastraße 65 (Hofseite) erinnert an die Reformpädagogin.

►Nachdem Sie den Hof wieder verlassen haben, gehen Sie rechts die Karl-Schrader-Straße weiter und biegen nach wenigen Schritten rechts in die Barbarossastraße ein. Nach einigen Metern befinden Sie sich wieder an der Goltzstraße, in die Sie links abbiegen. Hier beginnt der etwas quirligere Teil der Straße. Kleine Geschäfte, Handwerksläden, Cafés und Kneipen bestimmen das Straßenbild. Neben Kreuzberg war dieser Teil von Schöneberg in den bewegten 1970er und 80er Jahren der zweite politische hot spot der eingemauerten Stadt. Noch ist die soziale Mischung in diesem Quartier einigermaßen ausgewogen. „Es droht das Gleichgewicht aus Alt und Jung, Anwalt und Pfandflaschensammler ins gehobene Bürgerliche zu kippen“, so die Zeitung Die Welt.

Falls Sie sich noch ein Hobby zulegen möchten und nicht wissen welches, empfiehlt sich ein Besuch im schier unübersichtlichen Bastelladen an der Ecke Goltzstraße / Frankenstraße. Nun nähern Sie sich gemächlichen Schritts dem Eckhaus Goltzstraße 32 / Hohenstaufenstraße 69. Vorsicht – Sie werden beobachtet! Schauen Sie hoch und erwidern Sie den lächelnden Blick der maurischen Terrakotta-Gesichter. Dieses Haus wurde 1895 nach dem Entwurf von Richard Landé gebaut. Die gesamte Hausfassade ist mit glacierten und kunstvoll angeordneten Klinkern und Kacheln verziert. Daher der Name Kachelhaus. Beim genauen Hinschauen werden Sie eine Menge Freimaurersymbole erkennen.

Im gegenüberliegenden, eher unscheinbaren Eckhaus Goltzstraße 23 / Pallasstraße können Sie einen Schatz besichtigen. Von 1892 bis 2008 war hier die Pallas-Apotheke beheimatet. Übrig geblieben ist die originale Einrichtung, wie sie der Apotheker Albert Porsch 1892 im Stile der Neorenaissance für sich ausbauen ließ. Heute können Sie in diesem Ambiente bei einer Tasse Schokolade die Seele baumeln lassen.

►Beim Überqueren der Hohenstaufenstraße / Pallasstraße sehen Sie am Rand des Winterfeldtplatzes die katholische Kirche St. Matthias. Die von Engelbert Seibertz entworfene und 1895 fertiggestellte neugotische Hallenkirche ist eine der wenigen freistehenden katholischen Kirchen der Hauptstadt. Bewundern Sie den vor und um die Kirche angelegten Garten. Noch vor wenigen Jahren war der Platz in einem verwahrlosten Zustand. Das beherzte Eingreifen eines Garten- und Landschaftsplaners, der den Garten in seiner Freizeit hegt und pflegt, haben die neue Pracht entstehen lassen.

Neben dem Haupteingang der Kirche erinnert eine Berliner Gedenktafel an Clemens August Kardinal von Galen (1878-1946), der von 1919 bis 1929 Pfarrer der Gemeinde war. Von Papst Pius XI. wurde Galen 1933 zum Bischof von Münster ernannt. Der nationalkonservativ orientierte Kirchenmann wandte sich in einigen Predigten gegen das „Neuheidentum“ der Nazis. Ebenso verurteilte er die kirchenfeindliche Politik und die Euthanasiemaßnahmen der NS-Diktatoren. Galen begrüßte allerdings den Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion als einen „Kampf gegen die Pest des Bolschewismus.“

Inzwischen befinden wir uns auf dem Winterfeldtplatz. Gegenüber der Matthiaskirche (mit Blick auf das Hauptportal nach rechts) ist die Spreewald-Grundschule. Markant, aber leider nur schwer einsehbar ist die von Hinrich Baller entworfene begrünte und terrassenartig gestaltete Turnhalle. Sie trägt den Namen der jüdischen Sportlerin Lilli Henoch, über die Sie bei unserer Tour durch das Bayerische Viertel mehr erfahren werden. Mit seinem speziellen „Baller-Stil“ – er selber sagt dazu „Biotope City“ – versucht der Berliner Architekt Hinrich Baller, das „steinerne Berlin“ hier und da aufzulockern. Das Wohnhaus an der Ecke Gleditsch- / Winterfeldtstraße ist ein weiteres Baller-Bauwerk.

Zwischen dem Kinderspielplatz und dem Baller-Wohnhaus finden Sie das Theater Hans Wurst Nachfahren. Das 1981 gegründete Theater ist eines der engagiertesten und vielseitigsten Puppentheater des Landes. Im ganzjährigen Spielbetrieb wird ein umfangreiches Repertoire gezeigt: Märchenbearbeitungen, eigene Stücke zu aktuellen Themen, literarische Stoffe, außerdem Abendprogramme für Erwachsene. Gearbeitet wird mit allen Puppentechniken.

Mittwochs zwischen 8 und 14 Uhr und samstags zwischen 8 und 16 Uhr ist auf dem Winterfeldtplatz ein reges Markttreiben zu bewundern. Das ist bereits seit 1890 so. Ob Sie nun Eintopf kochen oder lieber ein Sieben-Gänge-Menü zubereiten möchten – Sie werden hier alles finden, was zum Gelingen beitragen kann. Beim Gang zwischen den Marktständen hören Sie zwischen türkischem Akzent, Hochdeutsch, Schwäbisch und Sächsisch hier und da sogar die berüchtigte Berliner Schnauze.

Metropol-Hinterhof
Nollendorfplatz
►Wir überqueren die Winterfeldtstraße und gehen in die Maaßenstraße. Das Haus mit der Nummer 12 ist das Geburtshaus der Literatur-Nobelpreisträgerin Nelly Sachs (1891-1970). Quasi in letzter Minute konnte die jüdische Lyrikerin im Mai 1940 Deutschland in Richtung Schweden verlassen.

Wem der Sinn danach steht, macht an der Ecke Maaßenstraße / Nollendorfstraße einen kleinen Abstecher nach links zum Haus Nr. 17. Hier wohnte zwischen 1929 und 1933 der englische Schriftsteller Christopher Isherwood (1904-1986). Das Musical „Cabaret“ entstand aus den Berlin-Romanen „Mister Harris steigt um“ und „Lebwohl Berlin“. Heute gilt Isherwood als Ikone der Schwulenbewegung.

Gehen Sie die Nollendorfstraße wieder zurück. Bevor Sie in die Maaßenstraße einbiegen, werfen Sie einen Blick auf den Gewerbehof des Eckgrundstückes. Sie sehen die Rückfront des Metropols, des früheren Neuen Schauspielhauses. In den 1920er Jahren amüsierten sich die Menschen hier in einem riesigen Freiluftlokal.

Sie sind nun fast am Nollendorfplatz, der zwar nicht schön, aber reich an Geschichten und Geschichte ist. Entscheiden Sie nun selbst, ob Sie sich die Gegend um den Platz noch anschauen möchten oder das lieber bei der nächsten Tour tun wollen. Einkehrmöglichkeiten finden Sie in der Umgebung zuhauf.

 



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